
Der Solarverband Bayern e.V. setzt sich für die Nutzung der Solarenergie (elektrisch und thermisch), deren Speicherung und für eine schnellstmögliche 100%ige Versorgung aus Erneuerbaren Energien ein.
Marktdaten PV in Bayern
Nachdem in Bayern der Zubau durch die schwächeren Monate Mai - Juli auf das Vorjahr gesunken war, wurden ab August sämtliche früheren Installationsleistungen deutlich übertroffen, sodass ein neues Allzeithoch in Bayern feststeht. Damit hat Bayern, entgegen dem bundesweiten Trend, ein Leistungs-Plus von 7 % zum Vorjahr (Nachmeldung für 2025 sind bis Ende Januar verordnungskonform).
Es zeigt sich gegenüber dem Vorjahr eine Verschiebung hin zu großen Anlagen (> 500 kW), welche 2024 einen Anteil von etwas mehr als die Hälfte hatten. Die Rangliste nach Kreisen zeigt Regionen mit ausgedehnten Autobahnen oder privilegierten Schienenwegen auf.
Bei den dazugehörigen Speichern für diese erneut große Menge an Solarenergienutzung ist die Situation weiterhin unzureichend. Lediglich 45 Groß-Speicher > 500 kW erfuhren 2025 einen Netzzugang. Darin enthalten sind auch Speicher, die als Zwischenspeicher an Lade-Hubs von Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen. Hier zeigt sich, nach den Daten des Marktstammdatenregisters, dass dies 8,16 % der Anschlussleistung der Photovoltaik-Großanlagen (ab 500 kW) entspricht. Bei der Gegenüberstellung der Anzahl dieser gelungenen Netzanbindungen sind es 5,5 %. Eine deutliche Zunahme dieser Netzanbindungen ist geboten, um mehr Solarenergie auch in Bayern nutzen zu können und damit den selbst gesteckten Klimazielen gerecht zu werden.
Positive Ausblicke für eine Ausweitung der Nutzung von Solarenergie in Bayern
Diese kündigen sich auch mit den Entwürfen der BNetzA „Festlegung zur Marktintegration von Speichern und Ladepunkten (MiSpeL)“ an. Darin sind die Regeln für Elektrofahrzeuge und Heimspeicher zur zeitversetzten Netznutzung enthalten. Das sogenannte bidirektionale Laden (BDL) kann ab Wirksamkeit in diesem Jahr, dazu genutzt werden, Solarstrom zeitversetzt einzuspeisen. Nach dem aktuellen Konzept ist dafür kein weiterer Zähler (IMSys) bei der pauschalen Abrechnung notwendig. Bis zu 500 kWh pro kWp Solarleistung können dabei gemäß gültigem EEG 2025 im Jahr zeitversetzt eingespeist werden, um stets Vergütung* zu erhalten. (* gilt für Anlagen bis 30 kW, die ab Feb. 2025 installiert wurden oder Anlagen, für die dies nachträglich beantragt wird. Während negativer Strompreise wird die Vergütung zu diesem Zeitpunkt ausgesetzt – Voraussetzung IMSys)

Für Deutschland wird 2025 ein Zubau von rd. 17 GW erwartet, das ist leicht rückläufig – es ist eine gewisse Stagnation festzustellen. Die Bundesnetzagentur meldet, dass knapp eine Hälfte der zugebauten Leistung 2025 auf Gebäudesolaranlagen entfiel, die andere auf Freiflächensolaranlagen. Im Vorjahr war es noch doppelt so viel Leistung bei Gebäudesolaranlagen im Vergleich zu Freiflächensolaranlagen.
Am Jahresende 2025 betrug die installierte Solar-Gesamtleistung in Deutschland 117 Gigawatt. Um das Ausbauziel von 215 Gigawatt für Solar im Jahr 2030 zu erreichen, müssten künftig jährlich durchschnittlich 19,6 Gigawatt Solar-Leistung zugebaut werden.
Als steckerfertige Solaranlagen („Balkonkraftwerke“) registrierte die Bundesnetzagentur 2025 etwa 430.000 Anlagen im Marktstammdatenregister. Dies entspricht einem Anteil am gesamten deutschen Solarzubau in Höhe von 3,2 Prozent der Solarleistung (0,5 Gigawatt). Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 2,5 Prozent (0,4 Gigawatt).
Die weitere Entwicklung der PV wird auch von der Überarbeitung des EEG abhängen, die noch im Bundeswirtschaftsministerium hängt. Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat ein Positionspapier zur geplanten EEG-Novelle vorgelegt. Darin zeigt der Verband auf, wie der eingeschlagene Transformationskurs konsequent fortgeführt und systemisch optimiert werden kann.
Kernforderung des BEE ist das Beibehalten der bestehenden Ausbauziele für Erneuerbare Energien, ergänzt um einen stärkeren Fokus auf Systemdienlichkeit und Flexibilität. Angesichts eines steigenden Strombedarfs durch Elektrifizierung, Ansiedlung neuer Großverbraucher wie Rechenzentren und Wasserstoff Hochlauf seien verlässliche Ausbaupfade zentral, um Investitionssicherheit zu gewährleisten - sowohl für die Wirtschaft als auch für die Verbraucher.
Zugleich spricht sich der BEE für eine effizientere Nutzung der bestehenden Infrastruktur bei gleichzeitiger Fortführung des Netzausbaus aus. Flexible Netzanschlussvereinbarungen, die weiterentwickelte Überbauung von Netzverknüpfungspunkten sowie standardisierte und digitalisierte Netzanschlussverfahren können Netzkosten senken und den Ausbau beschleunigen.
Das Positionspapier des BEE ist hier zu finden: https://www.bee-ev.de/service/publikationen-medien/beitrag/bee-positionspapier-10-schluesselmassnahmen-zum-monitoringbericht-eeg-2027
Wichtig für das Erreichen der Ausbauziele ist, dass der Trend zu einem immer höheren Freiflächenanteil bei der PV nicht weiter forciert wird. Für die Realisierung von PV-Anlagen an Gebäuden sollte deshalb nicht weitere Verunsicherung durch z. B. den Wegfall der Einspeisevergütung erzeugt werden, siehe hierzu das Positionspapier des BSW: https://www.solarwirtschaft.de/wp-content/uploads/2025/10/251024_Positionspapier_Gebaeude.pdf
Schreiben Sie uns eine Mail für weitere Fragen: info@solarverband-bayern.de