Das war ABSI 2021!

ABSI Schweinfurt - Tagung - Colage - digital - 2021

ABSI Schweinfurt – Tagung – Colage – digital – 2021

31.01.2021 Ein kritischer Rückblick von Anita Dieminger

Am 15. und 16. Januar 2021 fand das 28. ABSI-Jahrestreffen (Arbeitsgemeinschaft bayerischer und österreichischer Solarinitiativen) unter dem Motto „Mainfranken energieautark-gemeinsam funktioniert´s“ statt. Eines möchte ich gleich vorweg schicken: Wäre die Politik genauso flexibel, fleißig und schnell wie das diesjährige ABSI-Orgateam, so könnte ich an dieser Stelle mit meinem Artikel aufhören, denn dann wäre der Wunsch 100% Erneuerbare Energien bis 2030 schon längst Realität.

Manfred Röder und sein Team mussten innerhalb von 2 Monaten die gesamte Veranstaltung um planen. Wer regelmäßig bei den ABSI-Treffen dabei ist, der weiß, was es für eine organisatorische Meisterleistung ist, eine zwei Tagesveranstaltung mit Übernachtung, Catering, Referenten, Ausstellern, Besichtigungen usw. zu planen. Schon Monate vorher wird damit begonnen. Doch nachdem die komplette Planung als Präsenzveranstaltung stand, überrollte uns der 2. Lockdown. Über 300 Stunden Arbeit in 2 Monaten wurden geleistet, um ein ganz neues Format nutzen zu können. Das Ergebnis war eine perfekt organisierte Onlineveranstaltung mit über 500 Anmeldungen und Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und Tschechien.

Nachdem sich der virtuelle rote Vorhang öffnete, begrüßten Wolfgang Wegmann, Manfred Röder und Lothar Pfeuffer die Gäste. Für die Stadt Schweinfurt übernahm das die 2. Bürgermeisterin Sorya Lippert. Sie fand es zwar sehr schade, dass sie die Gäste nicht persönlich in der schönen Stadt Schweinfurt begrüßen und bewirten konnte, doch nannte sie es einen technischen Zugewinn an Kompetenz für alle Tagungsteilnehmer durch die Pandemie. Genau diese technische Offenheit würde man auch für die neue Welt der Energieversorgung brauchen. Theoretisch ständen uns mehr erneuerbare Energien zur Verfügung, als dass die gesamte Menschheit bräuchte. Es ist jetzt unsere Aufgabe diese Energien zusammen zu führen und nutzbar zu machen. Als Politikerin möchte sie dies unterstützen und begleiten. Sie dankte Herrn Röder und bat ihn, auch weiterhin mit so viel Engagement dafür zu sorgen, dass grüne Themen weiterhin auf der Tagesordnung ständen und die Themen Energie und Mobilität grüner, sparsamer und bewusster angegangen werden. Sie schloss Ihre Begrüßung mit den Worten: „Die Notwendigkeit des Handelns ist uns allen bewusst.“

Auch der Landrat Florian Töpper ließ es sich nicht nehmen, einige persönliche Worte an die Gäste zu richten. Er wies auf die Auswirkungen des Klimawandels in der Region hin, was er am Beispiel des berühmten Frankenweins beschrieb. Deshalb müssten die Winzer bereits heute auf andere Rebsorten zurückgreifen. Als sehr positiv hob er die 100% Erneuerbare-Energien-Quote im Bereich des Stromsektors im Landkreis Schweinfurt hervor, fügte aber anschließend hinzu, dass Energiewende als Ganzes zu begreifen sein müsse und es in den anderen Bereichen noch viel zu tun gäbe. Durch das eingeführte Solarkataster konnte man eine Zunahme bei den örtlichen Handwerksbetrieben feststellen. Letztendlich hängen viele Arbeitsplätze vom Gelingen der Energiewende ab. Er bedankte sich für das große Bürgerengagement und wünschte der Veranstaltung einen regen Austausch und viele gute Ergebnisse.

Eigentlich hätte die ABSI-Tagung in den Räumen der technischen Hochschule in Schweinfurt stattgefunden und so ließ es sich auch der Präsident der Hochschule, Prof. Gräbner nicht nehmen, auf die Innovationen dort hinzuweisen. Besonders stolz war er auf einen neuen Studiengang „Wasserstofftechnik“, der als Bachelorstudiengang angeboten wird. Gerne hätte er uns die Labore gezeigt, indem innovative Forschung zu Solar, E-Mobilität und Wasserstoff betrieben wird.

Prof. Dr. Johannes Paulus startete als Erster mit seinem Vortrag zum Thema „Klimakrise, Verantwortung, Herausforderung und Chance“.
Die Klimakrise nannte er als größte Herausforderung unserer Zeit. Die Coronakrise ist dagegen nur eine Aufwärmphase. Die Verantwortung besteht gegenüber zukünftigen Generationen. Die Herausforderung sah er in flächendeckenden Projekten und Maßnahmen. Die Chance für Wasserstoff sah er z.B. für größere Nutzfahrzeuge und in der Langzeitspeicherung. Wichtig ist nicht zu bangen, sondern es anzupacken, so sein Credo.

Dr. Sabine Jarothe, Amtschefin im bayerischen Wirtschaftsministerium, referierte zum Thema „Die dezentrale Energiewende in Bayern“. Sie beschrieb die energiepolitischen „Erfolge 2020″, wie folgt: Abschaffung des 52 GW-Deckels; neue PV-Freiflächenverordnung; Befreiung der Wasserstoffproduktion von der EEG-Umlage, Beauftragung von Windkümmerern, EEG-Novelle usw. Hier fielen wieder schöne Worte wie Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Akzeptant. Man wolle den Bürger mitnehmen. Doch leider gehören da ausgeförderte EEG-PV-Anlagen wohl nicht dazu. Ein kleiner Anlagenbetreiber erhält nun für seinen eingespeisten Ökostrom den Jahresmarktwert Solar der Börse-ca. 3-4 Cent pro KWh minus einer Vermarktungsprämie von 0,4 Cent/KWh. Das ist ein politisches Armutszeugnis! Von Bürgernähe und Bürgergleichberechtigung keine Spur. Auch wurde der Wasserstoff komplett von der EEG-Umlage befreit, der PV-Strom aber nicht. Auch das Thema Netzausbau wurde mit dem Satz “ So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ taktisch erwähnt. Mich hat der Vortrag nicht überzeugt, denn viele „Erfolge“, sind nicht der CSU zuzuschreiben, sondern mussten wegen geltenden EU-Rechts sowieso umgesetzt werden. Hier hätte einmal aufgeführt gehört, was von der Staatsregierung alles verhindert oder behindert worden ist. Aber gut informierte Bürger wissen auch das. Beim Thema Netzausbau merkt man genau, dass es bald wieder Wahlen gibt und hier versucht wird mit unpräzisen Wischiwaschiangaben auf Stimmenfang zu gehen. Aber auch hier weiß der gut informierte Bürger, wie die letzten 7 Jahre die Bürgerrechte beim Trassenbau mit Füßen getreten wurden (Trassenbeschleunigungsgesetz, fehlerhafte Umweltprüfung, keine echte Beteiligung am Verfahren usw.) Als jahrelange Trassengegnerin könnte ich Ihnen hier haarsträubende Dinge berichten. Doch der Auftritt von Frau Dr. Jarothe hatte noch einen anderen Haken. Bürgermitnahme und Akzeptanz wird sehr gerne in diesen Vorträgen genannt, doch leider habe ich es schon allzu oft erlebt, dass man sich im Anschluss, vor einer Diskussion mit dem ehrenwerten Bürger, den man doch immer mitnehmen will, scheut. Und so gab es auch nach diesem Vortrag keine Möglichkeit zur Diskussion. Der informierte Bürger bemerkt auch jetzt, was der Unterschied zwischen leeren Worten und verantwortungsvollem Handeln bedeutet.

Herr Roland Gaiser, Energiemanager von ZF Schweinfurt, berichtete über ein Leuchtturmprojekt. Es handelte sich hier um eine Carport-Photovoltaikanlage mit einer Parkfläche von 20000 m2, unter der 880 Parkplätze Platz finden. Sie hat eine Erzeugung von 2.600.000 KWh und ist eine der größten Anlagen in Deutschland. Leider, so berichtete Herr Gaiser, darf der Strom aus den Anlagen nicht an Drittabnehmer (z.B. parkende Mitarbeiter) zur Verfügung gestellt werden, was zur Folge hat, dass leider keine Ladesäulen errichtet werden konnten. Das passt nicht zusammen und ist für viele Unternehmer ein Hindernis für Baumaßnahmen. So beeindruckend dieses Projekt auch war, so groß waren auch die Wünsche wie z.B. der Abbau von bürokratischen Hindernissen, Befreiung von der EEG-Umlage auf Eigenstrom, Gleichstellung Eigennutzung und Einspeisung, Bereitstellung von erzeugtem Strom an Drittabnehmer und die Verringerung Strompreisnachteile Standort Deutschland im internationalen Vergleich.

Wasserstoff-KWK-der Schlüssel zur Klimaneutralität, war der Vortrag von Hagen Fuhl, der den „Dachs“ von Senertec vorstellte. Schon allein der Vortragstitel, aber auch dessen Betrieb mit Erdgas führte zu kontroversen Diskussionen im Chat, bezüglich Klimaneutralität. Erdgas ist sicher nicht klimafreundlich und auch Biomethan ist nicht unproblematisch, was die Schlagworte Teller oder Tank immer wieder aufzeigen.

Prof. Dr. Martin Doppelbauer von der KIT Karlsruhe glänzte dagegen mit seinem Vortrag „Mobilität der Zukunft“ und erhielt sehr viel Zuspruch. Er klärte als erstes einmal die spannende Frage, ob wir für unsere 47 Millionen Autos auch genügend Strom produzieren könnten, um sie elektrisch zu betreiben. Dazu stellte er eine bemerkenswerte Hypothese auf. Würde man die Flächen aller deutschen Braunkohletagebaue nehmen und diese mit PV-Anlagen bestücken, so könnten wir allein mit diesen Anlagen den deutschen Stromverbrauch decken, der bei ca. 540 Mrd. KWh/a liegt. Für die gesamte E-Mobilität bräuchte man dann gerade einmal 140 Mrd. KWh/a. Schon allein diese beispielhafte Rechnung sollte Jedem zeigen, dass die Strommenge nicht das eigentliche Problem ist, aber in politischen Kreisen immer noch diskutiert wird. Auch machte er eine Kostengegenüberstellung von E-Auto, Diesel und Wasserstoff. Auf 100 km Fahrtstrecke kostet das E-Auto nur halb so viel wie der Diesel. Würde man die 100 km mit Wasserstoff fahren, so würde man 5x so viel bezahlen, wie beim Diesel. E-Fuels (synthetische Kraftstoffe) wären etwa 5-10x so teuer wie das E-Autos. Viele liebäugeln mit diesem Kraftstoff, weil man hierfür CO2 braucht, das man aus der Luft entnehmen könnte (und später aber wieder in die Luft abgibt). Allein aber nur der erste Schritt für die CO2 Extraktion aus der Luft, würde so viel Strom verbrauchen, um damit alle 47 Millionen E-Autos betreiben zu können. Der Kosten-und Energieaufwand ist hier dermaßen hoch, dass es absolut unwirtschaftlich ist. Zum Thema LKW´s und Wasserstoff sagte Herr Prof. Doppelbauer, dass hier der Wasserstoff keine Vorteile hätte. Das Gewicht der Tanks und der Brennstoffzelle sind nach heutigem Stand etwa dem der Batterie gleichzusetzen, was sich aber in den nächsten Jahren zum Vorteil der Batterie sicher noch ändern wird. Und auch der Platzbedarf der Wasserstofftechnologie im LKW ist viel zu hoch. Die Energiedichte der Batterien hat sich in den letzten 7 Jahren in etwa verdoppelt. Das würde bedeuten, dass bei gleicher Reichweite der Akku kleiner wird oder bei gleicher Größe die doppelte Reichweite bringt. Also liegt auch hier die Batterie beim Kosten-Nutzenvergleich weit vorn. Zur Umweltbilanz incl. Vorkette, ist das Elektroauto am umweltfreundlichsten. Es war sehr interessant, dass Herr Prof. Doppelbauer dies einmal ganz klar mit Fakten belegen konnte. Warum man von der Politik dann immer nur noch Wasserstoff als Heilsbringer für die E-Mobilität vernimmt, ist mir unbegreiflich.

Zur Auflockerung dieses anstrengenden, aber interessanten Nachmittags, gab es dann noch ein bisschen „Nachhaltigkeit auf Fränkisch“ von Wilhelm Wolpert.
Vor der Podiumsdiskussion erörterte Thorsten Müller das „Energierecht auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität“.

Zur Podiumsdiskussion waren geladen: Thomas Kästner, Geschäftsführer der Stadtwerke Schweinfurt; Norbert Zösch, Geschäftsführer der Stadtwerke Haßfurt; Hans-Josef-Fell von der Energy Watch Group, Thorsten Müller Stiftung Umwelt-Energierecht; Thorsten Glauber, Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz.
Leider berichtete Herr Glauber gleich zu Anfang von den unambitionierten bayerischen Klimazielen, die mit den Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens ganz und gar nicht übereinstimmen. Bis 2030 sollen alle staatlichen Einrichtungen klimaneutral sein-erst bis 2050 alle Anderen. Schon diese Ziele allein gleichen einer Katastrophe. Würden wir das so umsetzen, könnten wir das 1,5 Grad-Ziel nicht einhalten und würden durch die weitere Temperaturerhöhung immense Schäden verursachen, die sich auch wirtschaftlich extrem negativ auf uns alle auswirken würden-an noch mehr Extremwetterzunahmen, Missernten, Artensterben, Massenwanderungen und Klimatote darf ich dabei gar nicht denken.
Herr Kästner wies im nächsten Punkt auf regulatorische Hemmnisse hin, die z.B. dazu führen, dass die Genehmigung für eine Freiflächenanlage 1-2 Jahre dauert. Ebenso müsste es wesentliche Erleichterungen für Kommunen und Bürgergenossenschaften geben. Dem schloss sich auch Herr Zösch mit seinen 3P-Wünschen an: mehr Planungssicherheit, -beschleunigung und -vereinfachung. Er sagte, die Energiewende findet nicht im Gesetzbuch statt, sondern vor Ort in den Regionen.
Hans-Josef Fell wies auf aktuelle Zahlen hin, die besagen, dass die Klimaerwärmung bereits 1,25 Grad erreicht hat. Wer Klimaschutz ernst nimmt, der darf ab spätestens 2030 keine Emissionen mehr verursachen. Auch dürfte es keine Laufzeitverlängerungen für Kohlekraftwerke bis 2038 geben. Das alles würde einen Zubau der EE um das 10 fache, der bisherigen bayerischen Ausbauziele erfordern. Auch im Hinblick auf das Abschalten der letzten AKW´s ist dies von großer Bedeutung, da ansonsten eine große Deckungslücke drohe. Auch plädierte Herr Fell dafür, dass endlich der Konflikt des Denkmalschutzes beim Bau von PV-Anlagen gelöst werden müsste.
Herr Müller erklärte zu den bestehenden Gesetzen, dass es hier nur um den politischen Willen gehe. Politik könnte auch Verpflichtungen aussprechen und das dann auch fördern z.B. in der Gebäudesanierung. Allein mit Anreizen würde man das nicht schaffen. Das Wichtigste ist den Weg zu definieren, wo wir hinwollen, nicht das ständige Nachbessern von Kleinigkeiten.
Herr Glauber nannte am Beispiel der Windenergie, dass 3 Genehmigungsanträge für Windenergieanlagen auf seinem Schreibtisch liegen, aber er Probleme damit hat, da er ja auch für den Artenschutz zuständig ist und auch dessen Interessen beachten müsse. An dieser Stelle möchte ich ihm einmal eine persönliche Entscheidungshilfe mit auf den Weg geben. In Deutschland sterben ca. 18 Millionen Vögel durch Glasscheiben, durch Vogelschlag im Verkehr ca. 6000. Wie rechtfertigt Herr Glauber es, dass immer noch 47 Millionen PKW´s in Deutschland fahren dürfen und wir alle nicht auf gemauerte Wände, sondern durch Glasscheiben schauen? Aber vielleicht ist da wieder einfach ein anderes Ministerium zuständig. Herrn Glauber muss man aber als sehr positiv anrechnen, dass er sich immer wieder Diskussionen in der Öffentlichkeit stellt-dies ist nicht selbstverständlich wie wir schon an anderer Stelle gelesen haben. Allerdings vermisse ich bei ihm eine richtige Leidenschaft für die Energiewende. Ich habe immer das Gefühl, er steht zwischen den Stühlen und möchte es Jedem recht machen. Ich würde mir sehr wünschen, dass es wieder echte Politiker gibt, die zu ihrer Meinung stehen und auch dafür einstehen. Heute hat man nur noch den Eindruck, dass es um die Gunst von Wählerstimmen geht, weswegen man immer nur den Weg des geringsten Widerstandes geht. Dabei würden wir wieder richtige Klimahelden brauchen, die uns echte Hoffnung geben. Viele Fragen wurden durch den Chat an Herrn Glauber gestellt. So z.B. Warum wird Wasserstoff von der EEG-Umlage befreit und PV-Strom nicht? Antwort: diese Frage sollte man der Bundesregierung stellen. Wieviele Windkilowattstunden wurden durch die neuen Kümmerer beantragt? Das müssen sie das Wirtschaftsministerium fragen. Warum gibt es noch keine solare Baupflicht? Beim neuen EEG ist nicht unbedingt das was wir heute diskutieren die oberste Prämisse. Wann kommt die Neufassung des Windenergieerlasses? Wir sind da gerade brandaktuell dabei.
Die in der neuen EEG-Novelle ausgewiesenen 50 MW für FloatingPV, PV-Überdachungen und Agro-PV, bezeichnete Herr Müller als symbolische Politik, die gerade einmal eine homöopathische Dosis für das Bundesgebiet darstelle. Mit dieser sehr interessanten und guten Diskussionsrunde unter der Moderation von Andre Kessler wurde der heutige Abend beschlossen. Besonders lobend möchte ich hervorheben, dass versucht wurde, möglichst viele Fragen aus dem Chat an die Teilnehmer weiterzugeben. Auch mit konstruktiver Kritik ist das Moderatorenteam sehr vorbildlich umgegangen.

Samstagmorgen um 8.30 Uhr startete dann der 2. Tag der ABSI Jahrestagung, mit einem kurzen Rückblick und Ausblick der ABSI-Sprecher und einer Ehrung von Andreas Henze vom Solarverband Bayern. Dem reihte sich Franz Lichtner als Vorsitzender des Solarverband Bayern mit einem kurzen Tätigkeitsbericht ein. Auch Jörg Ebel vom Bundesverband Solarwirtschaft folgte mit Eindrücken aus Berlin. Hans-Josef Fell vervollständigte diese mit seinem Statusbericht Erneuerbare Energien. Er stellte die berechtigte Frage, warum nur in der Coronakrise so konsequent gehandelt würde. In Deutschland sterben jährlich 70000 (!) Menschen, verfrüht durch Luftverschmutzung-weltweit sind es jährlich 7 Millionen. Klimaschutz ist demzufolge auch Gesundheitsschutz. Man rettet damit nicht nur Leben, sondern spart auch eine Menge Geld, das anderweitig wieder sinnvoll investiert werden könnte. Die Ziele der Bundesregierung bezeichnete er als beschämend, denn wir könnten viel mehr machen. Hier fehlt der politische Wille.

Eine der wichtigsten Botschaften brachte Josef Göppel auf das ABSI-Treffen mit. Die Erneuerbaren Energien werden immer mehr kommen, ABER es wird in der Zukunft darum gehen, diese wieder in zentrale Hände überführen zu wollen. Wir haben es hier mit gewaltigen Gegnern zu tun. Bei der Politik haben wir nur Gehör gefunden, weil es in Deutschland 1,7 Millionen Dachanlagen gibt. Wir müssen dafür sorgen, weiter im Markt mitzuspielen. Herr Göppel wies auf ein offizielles Papier der BNetzA hin, mit dem Titel: Die Kosten des Eigenbedarfs stört die Effizienz des Strommarktes und ist volkswirtschaftlich schädlich. Dies sind die Sichtweisen von Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Hier sind die Zerreder der Energiewende am Werk, die auf Politiker einwirken und diese das auch noch glauben.

Lisa Badum von den Grünen berichtete anschließend Interessantes aus der Bundespolitik und auch Dr. Anja Weisgerber von der CSU wurde wegen ihrem Einsatz für die Photovoltaik mehrfach gelobt. Es folgten ausgewählte Projekte von Solarinitiativen und zwei Vorträge zum Thema bidirektionale Ladestationen für E-Fahrzeuge (Dr. Ansgar Ackva) und Ergebnisse und Perspektiven der Batterietechnologie (Henning Lorrmann).

Thomas Banning präsentierte gegen Schluss noch ecoSquare in Bamberg-ein nachhaltiges Stadtquartier der Zukunft, das beeindruckte. Nach dem Architekturpreis für gebäudeintegrierte Solartechnik 2020 von Dr. Roland Krippner, ging auch dieses Treffen wieder einmal zu Ende. Man kann zu Recht sagen, dass aus jeder Krise auch etwas Positives hervorgehen kann. Dies haben wird durch das virtuelle Format durch eine riesige Vernetzung erkennen können. ABSI 2022-regional und digital? Wir dürfen gespannt sein….

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch etwas mit auf den Weg geben:
Ich hatte immer wieder dasselbe Bild vor Augen, wenn ich mir die Vorträge anhörte. Ich sah ein Stadion mit einer großen Laufbahn in der Mitte. Auf dieser Bahn standen viele Hürden für die Läufer. Es waren Teilnehmer aus der ganzen Welt zum Wettlauf angetreten. Alle hatten nur ein Ziel. Als der Startschuss fiel, konnte der deutsche Läufer mit seinem perfekten Start einen strategischen Vorsprung erzielen. Bei dem Lauf ging es aber nicht nur darum, möglichst fehlerfrei die Hürden zu meistern, sondern die Läufer standen auch unter Zeitdruck. Wer schafft am meisten Hürden, in der geringsten Zeit? Schafft es Deutschland, wieder aufzuholen, oder bleiben wir weiter abgehängt? Sport ist für das Volk. Es begeistert die Massen. Ich hoffe sehr, dass das für die erneuerbare Zukunft auch so sein wird. Keine Energiewende nur für die alte Energiewirtschaft, sondern eine faire, sportliche Teilhabe für ALLE, das ist meine Vision für unsere Zukunft!

Mit sonnigen Grüßen
Ihre Anita Dieminger
-Kritische Bürgerreporterin und ABSI-Berichterstatterin-

Quelle und Bilder: www.myheimat.de

Ein Kommentar

  1. Danke Anita Dein ingwer für die tolle Zusammenfassung. Danke an die vielen die durch ihr Angament daran arbeiten, dass die Energiewende bei den Bürgern ankommt und den Bürger, dass sich diese trotz den Immer wieder neuen Behinderungen nicht aufhalten lassen und Ihre eigene Energiewende vorantreiben. Je mehr wir werden, um so mehr können wir auch auf die Politik Einfluß nehmen. Mit steigenden Mitmacherzahlen schließen sich wiederum mehr an und wir können hoffentlich die erforderliche Energiewende noch schaffen.

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